Im Westen nichts Neues

Conrad Meissler in der "HafenCity Zeitung"
Über die Elbvororte kursieren diverse Vorurteile. Das seien die Schlafräume der Reichen, in denen sich nicht viel bewegt. Es herrsche viel gepflegte Ruhe, vor allem innerhalb der Woche, wenn nicht tausende Naherholungssuchende das Elbufer oder die großen Parks auf-suchen. Wieviel sich in den schönen Wohnlagen im Hamburger Westen bewegt, können andere besser beurteilen. Wir können beim Blick auf den Immobilienmarkt allerdings erkennen, dass dort nicht viel Neues ist. Herausragende Planungen des Bezirksamtes Altona – der Bezirk erstreckt sich bis nach Blankenese - beziehen sich auf fast alle Bereiche außerhalb der Elbvororte, etwa in Osdorf bis nach Lurup, in Bahrenfeld und in den Stadtteilen Ottensen und Altona. Zum Teil geht es um Neubauprojekte mit mehreren 100 Wohnungen. In den Elbvororten wird dagegen lediglich der Parkplatz an der S-Bahnhaltestelle Hochkamp saniert. Im Hemmingstedter Weg und am Hohenzollernring sind dann noch die Spielplätze dran.

Es sieht also ganz danach aus, dass sich die Elbvororte nicht am Baugenehmigungsboom der Hansestadt beteiligt haben. Immerhin wurden im letzten Jahr in ganz Hamburg über 13.400 Wohnungen für den Neubau genehmigt. Tatsächlich bieten die weitläufigen Wohnlagen oberhalb der Elbe noch viele Möglichkeiten der Verdichtung und damit einer deutlichen Änderung. Doch dagegen stehen neben dem Naturschutz der großen Parkanlagen diverse Bebauungspläne und Verordnungen, die das Ziel haben, die ursprüngliche Großzügigkeit des bürgerlichen Wohnens zu erhalten.

Tatsächlich gibt es noch eine ganze Reihe von Neubauvorhaben in den Elbvororten. Meistens werden Villengrundstücke leicht verdichtet durch eine Wohnanlage oder durch Doppelhaushälften und Reihenhäuser. Wirkliche Veränderungen lassen sich so aber nicht forcieren. Für diejenigen, die in den Westen ziehen möchten bedeutet dies, dass das Angebot unverändert knapp bleibt und die Preise für Wohnimmobilien und die Mieten weiter steigen. In den gesuchten Lagen war erneut ein Preisanstieg zwischen fünf und zehn Prozent zu verzeichnen. Nichts Neues also.

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