Ausblick 2026
Conrad Meissler für den Hamburger "Klönschnack"
In unserem Ausblick auf das zurückliegende Jahr 2025 hatten wir eine Preisstabilisierung und eine allmähliche Rückkehr der Nachfrage nach Wohnimmobilien in Hamburg prognostiziert. Genau das ist eingetroffen. Nach einem etwas verhaltenen Jahresauftakt stieg die Nachfrage insbesondere in den guten Wohnlagen der Hansestadt von Monat zu Monat, was auch Folgen auf die Preisentwicklung hatte. Allein im dritten Quartal des Jahres registrierten die deutschen Pfandbriefbanken basierend auf ihren Kaufpreisfinanzierungen einen Preisanstieg um 3,6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Banken selbst hatten jedoch noch eine bremsende Wirkung auf die Marktentwicklung, da sie die Wohnimmobilien auch in Hamburg strenger bewerteten und höhere Eigenkapitaleinsätze von den Käufern fordern. Abgeschwächt habe sich auch laut der Hamburger Behörde die Entwicklung der Wohnungsmieten, die sich laut dem Anfang Dezember 2025 neu erschienenen Mietenspiegel in den zwei Jahren von 2023 bis 2025 nur um 1,1 Prozent erhöht hätten. Der überraschend niedrige Anstieg hängt aber nur an einer veränderten Berechnungsmethode, wonach man nun nicht mehr den rechnerischen Durchschnitt aller Mieten und damit auch der extrem hohen Ausreißer aus Hamburger Spitzenlagen berücksichtigt hatte, sondern einen abgemilderten Median-Wert.Im neuen Jahr 2026 erwarten wir eine Fortsetzung der hohen Nachfrage und auch des Angebots. Dazu wird besonders der demografische Wandel beitragen, da viele Angehörige der „Boomer"-Generation sich verkleinern und ihre Häuser aufgeben wollen. Vor allem ein häufig nicht wirk-lich modernisierter energetischer Stand der Objekte führt jedoch zu eher gemäßigten Preisen. Deshalb und auch we-gen des rückläufigen Angebots von modernen, am besten neuen Wohnungen wird jedoch vielfach den Verkaufswillen wieder gedämpft.
Insgesamt dürfte der Hamburger Wohnimmobilienmarkt im Jahr 2026 stabil und wachstumsorientiert fortschreiten: Die Grundlage aus einer deutlich gestiegenen Aktivität 2024/25, gepaart mit einer moderaten Preisentwicklung und einem differenziert zu betrachtenden Wohnungsangebot wird den Markt weiterhin stabilisieren und zu tendenziell höheren Preisen führen.