Die Vereinsamung des Wohnens
Conrad Meissler für den Hamburger "Klönschnack"
Die Analysten erklären die Differenz mit der Zurückhaltung der Interessenten gegenüber älteren Objekten, die nicht mehr dem aktuellen energetischen Standard entsprechen. Als hinderlich erweist sich nicht allein das Heizungsgesetz, von dem man noch immer nicht weiß, ob es so bleibt wie es unter der vergangenen Ampel-Regierung verabschiedet worden war. Objekte, die gemäß ihrer Energieausweise sehr hohe Energieverbräuche aufweisen, werden weniger gesucht. Denn es besteht die Angst, dass sich Gas- und Ölpreise weiter deutlich verteuern können.
Darüber hinaus besteht noch ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Nachfrage nach Einfamilienhäusern klein hält. Es ist der Trend zur „Vereinsamung" des Wohnens mit der Folge eines deutlichen Anstiegs der Einpersonenhaushalte in ganz Hamburg. Der Anteil dieser Haushalte ist seit 2009 von 51,6 Prozent auf mittlerweile 55,3 Prozent gewachsen. Die Zahl der Haushalte und damit die Zahl der Wohneinheiten stieg im gleichen Zeitraum von 952.000 auf 1.070.000; die Pro-Kopf-Wohnfläche erhöhte sich von ca. 37 qm auf etwa 39 qm. Der Trend zu mehr Einpersonenhaushalten verstärkt sich auch durch den demografischen Wandel. Nach Ansicht von empirica soll die Zahl der Haushalte in Hamburg bis 2030 um bis zu 28.000 zunehmen. Der größte Teil davon wird auf Einpersonenhaushalte entfallen, die natürlich EFH weniger nachfragen als Wohnungen und damit auch langfristig Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen.